Wie sich Leuthard über den Tisch ziehen liess
von pda-admin, Montag 16 Februar 2009 um 10:52 :: CH-Politik :: #186 :: rss
Der Besuch am 29. Juni 2007 von Bundesrätin Leuthard auf einer Obstanlage im Thurgauer Weiler Winden, Gemeinde Egnach (TG), wird als das ausschlaggebende Ereignis bezeichnet, welches zur Bewilligung des berüchtigten Antibiotikum Streptomycin geführt hat. Die Frage eines möglichen Einsatzes werde nach Vorliegen eines entsprechenden Gesuches gewissenhaft geprüft und rasch entschieden, hatte zuvor die für die Landwirtschaft zuständige Bundesrätin präzisiert, dabei seien (Zitat) sämtliche Vor- und Nachteile abzuwägen und die verschiedensten Interessen von Produzenten, Konsumenten und Umwelt zu berücksichtigen.
Streptomycin im Obstkanton Thurgau
Der Thurgauer Landwirtschaftsdirektor, Regierungsrat Kaspar Schläpfer (SVP), setzt sich dafür ein, dass die Thurgauer Obstbauern das Medikament Streptomycin zur Feuerbrandbekämpfung anwenden dürfen, und so hatte er einen entsprechenden Brief des Thurgauer Regierungsrates Bundesrätin Doris Leuthard zukommen lassen, mit dem Begehren, den Einsatz von Streptomycin vom kommenden Frühjahr an zu bewilligen.
Besuch auf der Obstanlage
Die Bundesrätin und den BLW-Direktor führte die Thurgauer Delegation (Regierungsrat Schläpfer, Landwirtschaftsamtchef Hans Stettler und Arenenberg-Pomologe Urs Müller) nach dem Mittagessen zu einer arg beschädigten Obstanlage. Ob der Ausdehnung und dem Ausmass betroffen, gab Bundesrätin Leuthard dem BLW grünes Licht für den Einsatz von Streptomycin auf die Obstbäume.
Wie sich heute herausstellt, hat sich Bundesrätin Leuthard ein Bild der Schäden gemacht, ohne jedoch mit dem direkt betroffenen Obstbauern gesprochen zu haben. Hofbesitzer, Markus Gsell, ein stramm hochgewachsener Bauer, war nämlich verboten worden, sich Frau Leuthard zu nähern. «Herr Stettler hat mich angerufen und gesagt, meine Präsenz sei nicht erwünscht», so der verdutzte Obstbauer. «Tags darauf hat er mir eine Schachtel Praliné geschenkt, als Dank für meine Kooperation,» schliesst der Bauer, dessen Schilderung an eine abgeschottete Staatsvisite erinnert.
Dass Bauer Gsell persona non grata auf eigenem Hof und Boden wurde, ist mit dem Umstand verbunden, dass er ein grosses Feld mit Schweizer Industriehanf hatte und dass Regierungsrat Schläpfer, Chef Stettler und Pomolog Müller festgefahrene Feinde jeglichen Einsatzes von Schweizer Industriehanf sind. Zudem behandelte Gsell mit Hanfanbsud eine andere feuerbrandbefallene Obstanlage. Als dies das Landwirtschaftsamt erfuhr, war es zu spät, um den hohen Besuch aus Bern abzu- wenden. Vermieden musste aber, dass Bauer Gsell der Bundesrätin möglicherweise mitteilt, wie er einen Teil seiner kranken Bäume (Tobiäsler, Grauer Hordapfel, Gelbmöstler) mit einem Hanfauszug spritzt, weil diese Behandlung Erfolg bringt.
Später wurde der Bauer dazu gedrängt, seine hanfbehandelten Bäume zu fällen: «Herr Müller hat mir geschrieben, die Behandlung mit Hanfabsud sei wirkungslos .» Dass man im Kanton Thurgau und anderswo Obstanlagen bewiesenermassen dank Hanfabsud gerettet oder saniert hat, wurde Bundesrätin Leuthard vom Thurgauer Trio nicht mitgeteilt.
Mehr Information: www.hanfbauer.ch
Quelle: Verein Schweizer (Bauern)Hanf-Freunde/-innen


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