Nein zur 24/7-Migros: Die Rechte des Personals schützen!
Die Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS) hat mit Besorgnis zur Kenntnis genommen, dass der Detailhandels-Riese Migros beabsichtigt, den Betrieb von Geschäften rund um die Uhr und sieben Tage die Woche zu testen. Dies soll durch ein System von Läden ohne Personal – mittels Kameras und Sensoren – ausserhalb der gesetzlich erlaubten Öffnungszeiten ermöglicht werden. Ein Pilotprojekt soll in Herisau, dem Hauptort von Appenzell Ausserrhoden, eröffnet werden. Weitere sollen an verschiedenen Orten in der Ostschweiz folgen.
Die PdAS prangert dies als eine schleichende unternehmerische Offensive gegen die Gesetze an, welche die Ladenöffnungszeiten begrenzen und die Lohnarbeiter:innen im Verkauf schützen. Es handelt sich um einen weiteren Versuch, diese Öffnungszeiten auszuweiten. Pilotprojekte ohne Personal während der heute nicht erlaubten Zeiten sind offensichtlich ein Testballon, ein Versuch, die Öffnung der Geschäfte über die derzeit erlaubten Zeiten hinaus zu normalisieren. Dies ist ein erster Schritt, um später Druck für eine Ausweitung der Öffnungszeiten und damit auch der Arbeitszeiten des Personals auszuüben.
Solche Ausweitungen der Ladenöffnungszeiten entsprechen jedoch weder einem Nutzen noch einer tatsächlichen Nachfrage der Bevölkerung. Die Menschen werden in der Schweiz nicht mehr einkaufen, wenn die Geschäfte länger geöffnet sind – schlicht deshalb, weil ihr Kaufkraft dadurch nicht steigt. Und solche verlängerten Öffnungszeiten werden auch kaum gegenüber dem Onlinehandel wettbewerbsrelevant sein. Die Arbeitgeberseite verliert regelmässig Abstimmungen zu diesem Thema – ein Beweis dafür, dass die Bevölkerung keine verlängerten Öffnungszeiten will –, versucht es aber immer wieder erneut.
Die Gesetze zur Begrenzung der Ladenöffnungszeiten existieren aber aus gutem Grund. Sie bieten den Angestellten im Verkauf einen notwendigen Schutz, indem sie Ruhezeiten sowie ein soziales und familiäres Leben garantieren. Für uns ist eine Ausweitung dieser Zeiten ausgeschlossen. Darüber hinaus würden verlängerte Öffnungszeiten der Grossverteiler ein Mittel für unlauteren Wettbewerb gegenüber kleinen Geschäften geben, die sich solche Arbeitszeiten nicht leisten könnten.
Was die ununterbrochen geöffneten Läden ohne Personal mittels Sensoren und Überwachungskameras betrifft, so zeichnet sich hier die Möglichkeit einer dystopischen Gesellschaft ab: der massenhafte Ersatz von Arbeiter:innen durch Maschinen, gekoppelt mit elektronischer Massenüberwachung.
Es handelt sich nicht um ein «einfaches» Pilotprojekt, sondern um einen schleichenden Angriff auf die Lohnarbeiter:innen, der als solcher angeprangert werden muss.
Partei der Arbeit der Schweiz



