Gegen den weiteren Abbau von M-Budget

Die Partei der Arbeit der Schweiz (PdAS) verurteilt den schrittweisen Abbau der M-Budget-Produktlinie durch die Migros. Günstige Produkte dürfen weder versteckt noch verknappt noch durch teurere Produkte ersetzt werden. Beschämend sind nicht die grün-weissen Verpackungen, sondern eine Gesellschaft, die Prekarität organisiert und gleichzeitig versucht, deren sichtbare Zeichen zu verbergen.

Die PdAS verurteilt den schrittweisen Abbau der M-Budget-Produktlinie durch die Migros. Einige Produkte verschwinden, während andere in neutralere Verpackungen überführt werden, die die Marke «Migros» tragen. Was als grafische Modernisierung präsentiert wird, droht vor allem dazu zu führen, dass die günstigsten Produkte schwieriger zu erkennen sind und langfristig leichter durch teurere Alternativen ersetzt werden können.

M-Budget ist nicht einfach eine Marke. Seit dreissig Jahren sind die grün-weissen Verpackungen ein sofort erkennbarer Orientierungspunkt für Familien, Menschen in Ausbildung, Rentner:innen sowie für Lohnarbeiter:innen, die jeden Franken umdrehen müssen. Gemäss einem Vergleich der Sendung Kassensturz vom November 2025 waren M-Budget-Produkte im Durchschnitt 38 % günstiger als ihre vergleichbare M-Classic-Produkte. Bei Coop waren Produkte der Linie Prix Garantie durchschnittlich 51 % günstiger als jene von Qualité & Prix. Das Verschwinden eines Budgetprodukts kann die Kund:innen daher dazu zwingen, eine deutlich teurere Standardvariante zu kaufen.

Diese Entwicklung schmälert ganz konkret die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung und der unteren Einkommensschichten. Sie zwingt die Kundschaft dazu, jede Etikette, jede Verpackung und jeden Kilopreis zu vergleichen, um das günstigste Angebot wiederzufinden.

Migros begründet die Änderung bestimmter Verpackungen unter anderem damit, dass die Produkte ansprechender wirken sollen. Die M-Budget-Seife vermittle angeblich den Eindruck eines Kompromisses, und die Mayonnaise solle auf den Tisch gestellt werden können, wenn Gäste anwesend sind.

Diese Kommunikation ist zutiefst verächtlich. M-Budget zu kaufen ist nichts Beschämendes. Beschämend ist vielmehr, dass eine Genossenschaft soziale Scham als Marketingargument einsetzt. Beschämend ist, dass Menschen trotz Erwerbsarbeit jeden Einkauf genau berechnen müssen, um über den Monat zu kommen. Beschämend ist, die günstigsten Produkte weniger sichtbar zu machen, anstatt die Prekarität zu bekämpfen, die viele Menschen überhaupt erst dazu zwingt, auf sie zurückzugreifen.

Migros präsentiert sich als Genossenschaft für die Bevölkerung. Sie sollte deshalb auf soziale Bedürfnisse eingehen, statt sich ausschliesslich von Marketing- und Rentabilitätsüberlegungen leiten zu lassen.

Die PdAS ruft die Bevölkerung dazu auf, jede Streichung günstiger Produkte, jede Preiserhöhung und jede Verringerung von Füllmengen zu melden. Günstige Produkte dürfen weder versteckt noch verknappt noch durch teurere Produkte ersetzt werden. Beschämend ist nicht die grün-weisse Verpackung, sondern eine Gesellschaft, die Prekarität fördert und gleichzeitig versucht, sie unsichtbar zu machen.

Partei der Arbeit der Schweiz